Actioncam aus Fernost

XGODY Actioncam
Günstige Actioncam aus dem fernen Osten von XGODY

Mit der GoPro wurde das Feld der Actionkameras der Allgemeinheit bekannt und in jedem Elektronikdiscounter findet sich nun eine Ecke, in der die entsprechenden Geräte für mehrere hundert Euro angeboten werden. Dadurch steht es nun jedem offen, seinen Fallschirmsprung, die Skipiste oder einfach nur die Poolparty qualitativ ansprechend zu filmen.

 

Abseits der großen Elektronikmärkte finden sich im Internet – z.B. bei eBay – auch entsprechende Geräte, die für kleines Geld viel Leistung versprechen. Für teilweise unter 30,00 € wird mit 4K Videoaufnahme und 16 Megapixel Fotofunktion geworben. Mit dabei sind auch direkt ein Unterwassergehäuse, teilweise Fernbedienung, WLAN Funktionalität zur Fernbedienung via Smartphone oder Tablet und umfangreiches Montagezubehör.

 

Wir haben uns ein Gerät für knapp unter 40,00 € bestellt um zu sehen, welches der großen Qualitätsversprechen eingelöst wird.

 

Bevor man die ersten Schritte machen kann, steht die Anschaffung einer Speicherkarte an. Bereits hier sollte man auf die Beschreibungstexte des Verkäufers achten. In unserem Fall wurde eine maximal mögliche Kapazität von 32GB angegeben.

Die maximalen Kapazitätsangaben sind bereits durch Smartphones bekannt – diese funktionieren aber Erfahrungsgemäß auch mit größeren Karten. Nicht so unser Exemplar von der Marke XGODY. Karten mit 32GB wurden anstandslos erkannt und eingebunden. Bei 64GB und 128GB Karten scheiterte das Formatieren und eine Nutzung war nicht möglich.

 

Nach diesem kleinen Exkurs in modernen Technikbeschränkungen war die Bedienung relativ einfach. Man schaltet von dem Video in den Fotomodus und danach muss nur noch abgedrückt werden.

 

Bildeigenschaften der Fernost Actioncam
Bildeigenschaften der Fernost Actioncam

Erstaunen setzte ein, nachdem die ersten Probefotos via USB auf dem Rechner landeten. Die Actioncam füllt entgegen allen Erwartungen die Exif Informationen aus, wodurch man ein wenig mehr auf die verbaute Hardware schließen kann. In den Verkaufsbeschreibungen findet sich dazu nämlich nichts.

In unserem Model ist ein Sensor mit einem Cropfaktor von 9 verbaut (18mm an Kleinbild geteilt durch die angegebenen 2mm Brennweite des Objektives). Das ergibt eine Sensorfläche von ca. 10mm² (~ ¼“) und ist damit selbst im Vergleich zu aktuellen Smartphones sehr klein. Eine maximale Blende von f/1:2,6 sorgt dann zusätzlich für die Erkenntnis, dass an Aufnahmen in dunklen Situationen nicht zu denken ist.

Die Belichtungszeit lässt sich nicht manuell einstellen und wählt in der Automatik Werte zwischen 1/100 Sekunde und 1/1000 Sekunde.

 

Beispielbild XGODY
Beispielbild aus der günstigen Actioncam

Wenn ausreichend Licht vorhanden ist, dann gelingen Schnappschüsse. Mehr kann man zu der Qualität der Bilder leider nicht sagen. Trotz des kleinen Sensors und der Blende von f/1:2,6 sind weite Teile des Bildes vergleichsweise unscharf. Die Ergebnisse lösen mit den versprochenen 16 Megapixel auf, aber feine Details sind nicht zu erkennen.

Entsprechende Kameras im APS-C oder microFourThird Segment welche ebenfalls 16 Megapixel liefern zeigen deutlich, was in dieser Auflösungsklasse möglich wäre.

 

Relativ zum Preis gesehen muss man aber einräumen, dass es sich bei diesen Actioncams um Produkte handelt, mit denen man Spaß haben soll. In das passende (direkt im Preis mitgelieferte) Unterwassergehäuse gesteckt sind Fotos möglich, die man ansonsten nicht machen könnte.

 

Kostengünstig und sehr umfangreich gibt es noch weiteres Zubehör für diese nicht Fisch und nicht Fleisch Kamera. Bereits ab 15,00 € finden sich Halterungen mit drei Saugnäpfen, die eine Montage an dem eigenen Auto ermöglichen – der eigen Motorshow steht nichts mehr im Wege. Mit einer Schnur an einem mit Helium gefüllten Luftballon hat man seine sehr eigene Version einer Drohne und befestigt am Halsband seiner Katze sieht man die Welt aus einer ganz neuen Perspektive.

 

Technisch können diese Kameras nicht überzeugen, aber der Spaßfaktor ist enorm. Durch den geringen Preis und damit verbundenem maximalen Schaden ist man auch eher gewillt Experimente zu machen, die man sich mit der teuer ersparten Kamera nicht trauen würde. (Mike Krakowka – mk)

1 Kommentar

  1. Hallo,
    auch ich habe aufgrund der Empfehlung des Autors eine solche „China-GoPro“ bestellt (sogar mit Fernbedienung *fg*) und kann sie nur empfehlen. Macht für das Geld einfach nur Spaß.
    MfG
    jazzzy

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